Eine Maschine wird irgendwann eigene Ziele haben — das ist heute nicht mehr unwahrscheinlich. Doch wird sie auch ein Bewusstsein und Intuition entwickeln? Und: Glaubt eine KI an ein Leben nach dem Tod? Dazu forscht Michael Katzlberger. Seine Interview-Antworten begeisterten nicht nur den Sci-Fiction-Fan in mir, sondern auch den Teil, der gerne über das Leben und den Menschen philosophiert.

Michael Katzlberger forscht u.a. zu maschineller Kreativität.

Lieber Michael, wie lautet deine Definition von Intuition?

Da kannst du mich auch gleich fragen: Wie definierst du Bewusstsein? Intuition ist ein Geistesblitz. Ich beschäftige mich derzeit vor allem mit maschineller Kreativität, da ist Intuition natürlich auch ein Thema. Immerhin geht es um die letzten Bastionen: Was kann der Mensch zur Zeit noch besser als die Maschine? In den meisten Bereichen ist die Maschine dem Menschen ja schon weit überlegen. Aber Gefühl, Intuition, Kreativität — da kommt die Maschine noch nicht mit.

Und das ist gut so?

Ich habe prinzipiell eine positive Einstellung dazu und glaube, dass es eine partnerschaftliche…


„Es geht um die Hingabe an das, was gerade Sache ist“, sagt Eva Hochstrasser, systemischer Coach, psychologische Beraterin und Raumenergetikerin im Gespräch. Damit bringt sie auf den Punkt, was Achtsamkeit mit Intuition zu tun hat — und wie aus einer Krise ein Geburtsprozess wird, der Neues hervorbringt.

© Siegrid Cain Photography

Liebe Eva, wie lautet deine Definition von Intuition?

Intuition ist Wissen, das über ein höheres System in uns einfließt. Damit unterscheide ich Intuition klar von Instinkt: Beides ist uns angeboren. Instinkt entsteht aus dem Affekt, Intuition entsteht aus Achtsamkeit. Es bedeutet „Angebundensein“ im Jetzt, und damit können wir arbeiten. Ich stelle mir das wie einen Kanal vor, den wir verschließen, aber auch anzapfen können. Und wir können lernen, diesen Kanal wieder zu öffnen und an dem höheren System anzudocken, wenn wir im Laufe der Zeit verlernt haben, intuitiv zu sein.

Das klingt aktiv, nach etwas, das wir bewusst gestalten können.


Einen Pfarrer zum Thema Intuition zu befragen, ist easy, dachte ich. Da weiß man, was kommt: Wir werden über Eingebung sprechen und darüber, dass diese von Gott kommt. Nette O-Töne zu spirituellem Geplänkel. Dachte ich. So klar war die Sache dann aber doch nicht. Im Gespräch mit Tom Stark trafen mich freier Wille und protestantische Nüchternheit recht unvermittelt. Es passierte, was ich gerne mag: Mit ein paar Antworten tauchten viele neue Fragen auf. Und alles bleibt offen.

Lieber Tom, wie definierst du Intuition?

Intuition im gebräuchlichen Sinne wird meist für ein starkes Gefühl von „So und so wird’s laufen“ verwendet…


Wie sieht jemand, der Punk Rock hört und eine sehr unverblümte Sprache pflegt, das manchmal etwas esoterisch-blumig besetzte Thema Intuition? Um das herauszufinden, habe ich den Andersmacher, Art Director und Corporate Designer Max Niederschick befragt.

Markus Niederschick © Peter Draxl

Lieber Max, Intuition — was heißt das für dich?

Die heute übliche Definition geht von einer spontanen Idee aus. Für mich ist genau das Gegenteil der Fall. Der Begriff bedeutet aus dem Lateinischen übersetzt „etwas ansehen, betrachten“. Für mich heißt das: Ich setze mich mit etwas auseinander und das führt dann zu einer Lösung oder Idee. Das kann natürlich spontan funktionieren, muss es aber nicht…


Intuition, Kreativität und das Potenzial des Bauchgefühls bei der Lösung von Problemen: Im Gespräch mit Kunsttherapeutin und Kunsthistorikerin Nadja Parisi.

Mehr über Nadja Parisi unter www.kunsttherapie-nadja.at

Liebe Nadja, welche Bedeutung hat Intuition für dich?

Für mich persönlich ist Intuition ein Gedanke, der nicht vom Kopf herkommt und schon oft durchgekaut worden ist, sondern der spontan auftaucht. Intuition ist Bauchgefühl, hat also ganz viel mit Emotion zu tun und bringt mich ins Spüren. In meinem Berufsfeld ist Intuition etwas sehr Wichtiges. Es geht in der Kunsttherapie darum, intuitiv Dinge hervorzubringen. …


Das Kind ist wieder in einer Phase. Und während ich mich frage, was ihm dabei hilft, vergesse ich: Was brauche ICH, um als Mama entspannt bleiben zu können? Grenzen — und eine hingebungsvolle Umarmung der ganzen Scheiße.

Man stelle sich vor: Eine junge Frau in Unterhose, die weinend auf dem Schlafzimmerboden sitzt und sich zu müde zum Anziehen fühlt, während daneben zwei kleine Kinder streiten und schreien.

Das bin ich. Ich bin meistens sehr entspannt. Klar, ich bin ja Yogalehrerin. Da ist Entspannung eine Berufskrankheit. Und ich lese ja auch Bücher über gelassene Erziehung und Kinder begleiten ohne Schimpfen und solches Zeug.

Aber manchmal habe ich das Gefühl, dass es mir genau deswegen gelegentlich dreckig geht. Weil die Gelassenheit vorausgesetzt wird und das Umfeld mittelschockiert ist, wenn zwischendurch die Nerven blank liegen. Dieser Druck, pausenlos entspannt Mutter…


© Renate Schrattenecker-Fischer

Warum es mich ärgert, meinen Mann als Babysitter bezeichnet zu haben, und was sechs Bier damit zu tun haben.

Kürzlich habe ich einen Tagesworkshop abgehalten und meinen Mann mitgenommen, damit er in der Zwischenzeit aufs Baby aufpasst. Bei der Ankunft gab’s großes Händeschütteln und da stellte ich meinen Mann doch tatsächlich als den Babysitter vor. Ich sagte es lachend und kaum war es heraußen, habe ich mich maßlos über mich selbst geärgert. Denn wenn mein Mann und der Vater unserer Kinder zum Babysitter mutiert, wenn ich arbeite, wäre ich das ja auch jedes Mal, wenn er arbeitet.

Doch ich bin keine Babysitterin. Ich bin niemand, der zwischendurch auf die Kinder aufpasst. Ich bin die Mutter meiner Kinder. Und mein…


© Renate Schrattenecker-Fischer

Als Mutter muss man sich ständig neu erfinden. Das ist spannend. Manchmal aber auch einfach nur anstrengend.

Ich habe keine Ahnung, ob ich bei Nummer 361 stehe. Gefühlt sollte die Zahl noch höher sein. Denn manchmal kommt es mir vor, als müsste ich mich nicht nur täglich, sondern täglich mehrmals neu erfinden bei all den Herausforderungen, die im Alltag mit Kindern bewältigt werden wollen.

Ich liebe das. Grundsätzlich. Ich bin ein Mensch, dem schnell fad wird. Ich brauch immer was zu tun, ich mag’s dynamisch, ich mag es zu handeln, ich mag es, Lösungen zu suchen. In den drei Jahren als Mama komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass dies gute Voraussetzungen für das Leben mit…


Wie mir beim zweiten Kind der Job abhanden kam, weshalb 50/50 noch immer eine Illusion ist und warum ich jetzt die feine Klinge suche.

Gestern war kein guter Tag. Das Baby verweigerte nicht nur das Schlafen im Tragetuch (was gar keinen Schlaf bedeutet, denn anderswo macht es maximal Powernaps), sondern auch das Flascherl, an das wir es langsam gewöhnen wollen, damit ich in absehbarer Zeit abends wieder Yogakurse halten kann. Kein Babyschlaf heißt, dass ich für den Wäschekorb, der seit Tagen in der Ecke steht, zwei Stunden brauchte — und da reden wir noch nicht mal von Bügeln oder Zusammenlegen, sondern “nur” von Wegräumen. Dass mir nach dem Genuss einer halbwegs entspannten Drei-Minuten-Dusche beim Stillen in den Ausschnitt gekotzt wurde, habe ich schon fast…


© Renate Schrattenecker-Fischer

Zwei Paar wache, fröhliche Kinderaugen verfolgen das Interview. Sogar Zeit für Gespräche über Modelleisenbahnen mit dem älteren der beiden Buben bleibt in dieser entspannten Runde. Große Worte wie Fehlgeburt und Identitätskrise verlieren da schnell an Bedrohlichkeit. Ein Interview, in dem viele Emotionen Platz haben.

Daniela, wenn du an das erste Jahr als Mama zurückdenkst: Welches Gefühl oder welche Situation taucht da sofort wieder auf?

Das Auf-der-Couch-Sitzen mit dem Baby und das Gefühl, dass es dort schon einen Abdruck in Form meines Körpers gibt. Damals fand ich das teilweise zach. Jetzt denke ich oft sehnsüchtig daran zurück, weil ich mit Kind…

Stephanie Doms

Mama, Autorin, Wortspielerin, Yoga-Lehrerin, Mentaltrainerin. www.stephaniedoms.com | www.sunshine-yoga.at

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